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Berufliche Zukunft

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Tag zusammen,

mich beschäftigt wieder das Thema "Berufliche Zukunft". Da die Zukunft meiner Firma ungewiss ist, versuche ich bereits im Vorfeld - wenn es denn soweit ist dass die Firma schließt, Alternativen zu suchen.

Ich spiele seit geraumer Zeit mit dem Gedanken, eine Umschulung als Anwendungsentwickler zu machen. Allerdings wäre dieses Tätigkeitsfeld von Grund auf neu für mich und habe daher 0 Erfahrung in diesem Berufszweig und daher ein gänzlich unbekannte Gewässer für mich.

Der Punkt ist, dass ich jetzt im Januar 34 Jahre alt werde. Ich programmiere jetzt seit Ende 2017 in Visual Studio und seit ein paar Monaten intensiv mit Unity. Ich wäge ständig die Pro und Kontras ab.

Meine Bedenken wären folgende:

- Bin ich schon zu alt?

- Kann ich überhaupt mithalten? Mir ist zwar bewusst, dass viele Programmierer die das sogar studiert haben, überhaupt nicht programmieren können und den Zweig überhaupt nur gewählt haben, weil  Mama und Papa das wollten oder wegen dem Geld. Aber es gibt ja auch Leute die sich damit identifizieren und sich auch privat damit beschäftigen. Und Anwendungsentwickler ist ja schon etwas höheres und kein bloßes "Kabel am Monitor anstecken" Informatiker.

- Bin ich überhaupt zum Programmierer geeignet? Das klingt zwar nach geringem Selbstvertrauen. Aber das Problem ist, mir fehlt jeglicher Maßstab zu anderen Personen. Daher kann ich meine eigene Leistung nicht beurteilen. Versuche irgendwie einen Vergleich zu ziehen, schlugen fehl, da die Ausgungssituationen immer verschieden waren

 

Die Umschulung zu bezahlen wäre kein Problem. Ich verdiene mehr als ausreichend, dass ich mit ALG1 - dass ich dann während die Umschulung läuft bekomme, ausreicht. Ich habe auch bereits die Aufnahmetests vom Arbeitsamt sowie den Einstellungstest zum Anwendungsentwickler gemacht und bestanden.

Hat evlt jemand von euch mit sowas schon Erfahrungen oder ist sogar in der gleichen Situation?

Gruß

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Hey,

auch wenn ich nicht in der gleichen Situation wie du steckst, will ich dir gerne meine Meinung und Ratschläge mitteilen.

Ich selbst bin erst 22, studiere Wirtschaftsinformatik (davor reine Informatik(gewechselt)) und arbeite jetzt seit ca. 1 Jahr als Softwareentwickler (Werkstudent). Davor konnte ich schon als Dozent & Webentwickler tätig werden. Dabei ist mir aufgefallen das Alter nur eine Zahl ist. Lass dich also nicht von deiner Idee abhalten.

In meinen ersten Studium hatte ich eine bekannte die mit 52 nochmal angefangen hat zu studieren, obwohl sie fest im Sattel saß und mehr als ausreichend Geld verdient. Aber ihr machte das Entwickeln/Knobeln/Umsetzen einfach Spaß und sie kann/konnte sich halt vorstellen als Entwicklerin zu Arbeiten.

Auch habe ich einen Kollegen (34) der seine Ausbildung zum Anwendungsentwickler gerade erst beendet hat und er geht darin voll und ganz auf. Ob das auch für dich zutrifft? Schwer zu sagen. Zum professionellen Entwickeln gehört mehr als nur der Spaß am programmieren.

Aus meiner Erfahrung sind das drei wichtigste Punkte:

1. Frustresistenz. Dir werden besonders zu Beginn viele Fehler unterlaufen und vieles wirst du auch einfach noch nicht verstehen können. Damit muss man umgehen können, den an der nächsten ecke wartet wieder eine Exception.

2. Googeln ist eine Fähigkeit! Ja ohne scheiß, du wirst lernen die Suchleiste von Google/Reddit/Stackoverflow vollständig zu missbrauchen. Denn für die ganzen Fehler die Auftreten, brauchst du Lösungen und manchmal ist es einfacher Google zu benutzen, als stundenlang selbst über die Lösung zu grübeln.

3. Wissen ist macht. Dir werden im Berufsleben viele Techniken über den weg laufen. Seien es Programmiersprachen, Entwicklungsformen (Agile Entwicklung, Prototyping, usw) oder Denkweisen (Objektorientiert, funktional, usw). Du kannst nicht alles wissen oder können, aber ist immer gut für neue dinge offenen zu sein und vllt. auch mal seine Arbeitsweise anzupassen.

Ich hoffe ich konnte dir etwas helfen 🙂

Gruß Timm

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vor 7 Stunden schrieb SyntaxTalkstoMe:

- Bin ich schon zu alt?

Nö! Ich selber bin jetzt 50 und habe den Schritt in meine Selstständigkeit vor fast genau 2 Jahren gemacht. Klar ich habe in allen Bereichen, die ich brauche, Erfahrungen und Wissen. Aber dass ich jetzt irgendwo ein Meister wäre, kann ich nicht sagen. Muss man auch nicht unbedingt.

vor 7 Stunden schrieb SyntaxTalkstoMe:

- Kann ich überhaupt mithalten?

Klar, warum denn nicht? 34 ist ja nun kein Alter! Wenn du dich Umschulen lässt, dann lernst du ja was dabei. Natürlich brauchst du immer auch Erfahrungen, die dich festigen. Aber die bekommst du sau schnell. Wenn du die Erfahrungen für die nächste Situation nutzt, also abrufen kannst, weil du sie nicht wieder vergessen hast, dann wirst du deinen Weg machen.
Ich kenne Leute, die ihre Erfahrungen nicht abspeichern und somit immer auf einem Level bleiben. Solche Leute werden nix. Aber die sind auch selten.

vor 7 Stunden schrieb SyntaxTalkstoMe:

- Bin ich überhaupt zum Programmierer geeignet?

Das weißt nur du alleine. Du programmierst ja schon ne Zeit lang und kannst ja auf deine Anfänge zurück blicken. Hast du was gelernt? Ja? Dann bist du wahrscheinlich auch geeignet.
Klar, es gibt natürlich Hürden in der Anwendungsprogrammierung, wenn es z.B. in die höhere Mathematik geht, oder der maximalen Optimierung des Codes und dessen Zeitverbrauch. Und natürlich ist es immer so ne Sache, wenn man z.B. ein Sicherheitssystem erstellen soll, was auf gar keinen Fall irgendwelche mögliche Lücken oder Fehler enthält. Trotzdem kann man alles lernen und irgendwann richtig schwierige Dinge bewerkstelligen. Man kann! Ob man es auch schafft in die oberste Klasse zu kommen, weiß niemand. Aber wenn man es nicht versucht, wird man es nie wissen.

Wenn dir das Prgrammieren spaß macht, egal für welchen Bereich du programmieren wirst, dann versuche es. Irgendwas arbeiten, nur um Geld zu verdienen, kann man immer. Aber etwas, was einem auch Spaß macht oder was einen zufrieden stellt, dass sollte jeder tun, denn das ist das Beste! Egal ob der Verdienst dann besonders gut ist, oder nicht. Was sich daraus entwickeln wird, kann man eh nie sagen. Mal geht's ab wie ne Rakete, mal bleibt man stecken und meistens geht es zufriedenstellend weiter. Man sollte es aber wenigstens einmal versuchen! (Ist meine persönliche Meinung)


 

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Also bei der Firma wo ich als Fachinformatiker für Systemintegration arbeite (was auch nicht nur Kabel am Monitor stecken ist, auch hier gehört nicht selten Skripting dazu) hat kürzlich ein Praktikant erfolgreich als Teil seiner Umschulung mit 40 Jahren es zum Fachinformatiker für Systemintegration gemacht. Bei seiner Umschulungsgruppe war er auch nicht der älteste.
Dieser Praktikant hatte zuvor noch nie etwas mit IT zu tun gehabt.

Ich arbeite eng mit der Nachbarabteilung Anwendungsentwicklung zusammen, tatsächlich besteht nur ein kleiner Teil deren Arbeit aus Programmieren. Es ist viel mehr Wartung, Administration und konfiguration von Applikationen und deren Anbindung an anderen Systemen. Ansonsten verbringen die Kollegen viel Zeit mit SQL-Abfragen. Das ist aber natürlich bei jeder Firma anders.

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Danke euch allen für die Antwort.

Ich kann auf jedenfall sagen, dass ich eine Menge gelernt habe und beinahe jeden Tag was dazu lerne. Es ist wie ein Puzzle, von unbekannter Größe, dass sich immer weiter zusammensetzt.

Eigentlich belastet mich wirklich seelisch ein anderer Aspekt. In meinem jetzigen Job verdiene ich ich üppig. Allerdings macht es mir keinen Spaß, geht an meine Gesundheit aufgrund von 12 Stunden Schichten und die Firma kann jederzeit den Löffel abgeben. Das einzig gute ist, dass ich während meiner Arbeitszeit, zuminndest auf den Nachtschichten, programmieren kann, wann ich will.

Meine Frau hat sich halt an den schnöden Mamon gewöhnt ( klar ich auch ), ansonsten hätte ich schon längst die Umschulung gestartet. Man kann sagen, dass ich dort nur wegen des Geldes bin. Klar, man hat irgendwann einen gewissen Lebensstandart. Aber ich vertrete die Meinung, dass Geld nicht alles im Leben ist.

Ich habe Hummeln im Hintern. Wenn es nach mir ginge, würde ich sofort kündigen und die Umschulung machen. Aber so einfach ist es halt nicht.

Ich weiß gar nicht warum ich das jetzt alles so schreibe :D  

 

Ich wünsche euch allen eine frohe Weihnacht und ich geh dann mal auf Arbeit :)

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vor 7 Stunden schrieb SyntaxTalkstoMe:

geht an meine Gesundheit

Wenn du dass schon mit 34 Jahren schreibst, überleg bitte einmal, wie du in 10 Jahren gesundheitlich sein möchtest. Ich bin nun in diesem Alter und finde, dass 12 Stunden Schichten (die vor einer Abgabe im Architekturbüro immer mal anfallen können) für mich anstrengender geworden sind, als vor 10 Jahren.

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Mir ist dein anderer Thread dazu aufgefallen, also dachte ich mir, ich lass auch mal ein paar Worte fallen.

Was das Alter angeht haben die anderen ja schon einiges gesagt. Das ist ziemlich irrelevant.

Zitat

Bin ich überhaupt zum Programmierer geeignet?

Zitat

Da ich ein Wortfetischist bin und sämtliche Aussagen zerlege, hab ich natürlich besonders über dein Kommentar nachgedacht.

Aus meiner Erfahrung ist das eine Eigenschaft von guten Programmierern. Die nehmen meistens Worte sehr genau.

Ansonsten ist ein guter Programmierer meiner Meinung nach kein professioneller "Code-Schreiber", sondern ein Problemlöser. Probleme elegant und effizient zu lösen erfordert zum einen die Fähigkeit abstrakt zu denken, vor allem aber erfordert es Kreativität. Die guten Programmierer, die ich kennengelernt habe, denken oft outside of the box.
Selbstreflexion ist ebenfalls eine wichtige Eigenschaft eines solchen Programmierers. Dabei geht es darum zum einen offen zu sein für neue Ansätze. Viele Programmierer, die leider oft auch in Senior Positionen sind, glauben, weil sie das seit 20 Jahren machen wissen sie alles. Aber man lernt niemals aus.
Zum anderen treibt sie einen an sich selbst zu verbessern. Die besten Programmierer, die ich kenne, beschweren sich nicht bloß über fremden, sondern meistens über ihren eigenen Code :)

Erfahrung ist natürlich viel Wert und über Programmierung gibt es viel zu wissen, aber im Endeffekt ist die Programmierung bloß eine weitere, anlernbare Fähigkeit, die auf solche Charaktereigenschaften aufbaut.

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Hi.

Vergesse den Spaß nicht. Wenn Dir die Arbeit keinen Spaß macht und Du jeden Tag mit Frust heim gehst, ist das auch nichts Wert.
Aus meiner Sicht: Arbeit muss Spaß machen und sich lohnen!

Das Alter Spielt bei einer Umschulung keine Rolle, eher die Affinität zur zukünftigen Arbeit. Interessieren kann man sich für viele Dinge, nur ob man sie tatsächlich dann auch Leben will und kann, sind zwei verschiedene Dinge. Du solltest auch bei einer Umschulung darauf achten, dass vielleicht ab 30+ der Tag keine 48 Stunden mehr hat 😃.

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Ich hab dir auch ein Ratschlag. Entweder findest du ihn total albern oder er wird dir sehr weiter helfen... ist eher ein spiritueller Ratschlag, hilft mir aber immer wieder sehr, die richtige Entscheidungen zu treffen. Vor allem wenn es darum geht, Lebensentscheidungen zu treffen wo auch Angst eine Rolle spielt (tauge ich dazu / schaff ich das überhaupt / bin ich nicht zu alt dafür / was werden nur die anderen Leute über mich denken / ... /).

Nimm dir ein Moment Zeit und stell dir vor, wie du 80 Jahre alt bist und auf dem Sterbebett liegst. Stell dir vor, wie du jetzt an diesen Moment hier denkst. Was würde sich dein 80-jähriges ICH wünschen, wie du dich jetzt entschieden hast? Mutig oder ängstlich? Was wäre schlimmer, wenn du etwas Probiert hast, das klappt oder auch nicht oder einfach nichts gemacht hättest, nur weil dich nicht sicher bist, ob du dazu taugst?

So wie du das beschreibst könnte man meinen, dass du bei einer Umschulung alles bisherige gelernte vergessen würdest, das ist aber nicht so!

Und wenn es wirklich nicht klappt, machst du eben wieder was anderes und es fällt vielleicht eine gute Geschichte ab!

Am schlimmsten ist es, wenn du mal bereust, nichts versucht zu haben.

Entweder du GEWINNST oder du LERNST.

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